Werkstätten & Co.: Das ist Deutschlands Autoservice-Hauptstadt

Ob Mobilität im Alltag funktioniert, entscheidet sich oft im Kleinen: an der nächsten Tankstelle, bei der Frage, wie schnell sich ein Werkstatttermin organisieren lässt, oder ob die Autowäsche noch „nebenbei“ möglich ist. Gerade, wenn Menschen zwingend auf ihr Auto angewiesen sind – etwa für den Arbeitsweg, familiäre Verpflichtungen oder in Regionen mit begrenztem ÖPNV – wird die Verfügbarkeit von Autoservices zu einem essenziellen Faktor. Sie beeinflusst nicht nur Komfort, sondern auch Zeitbudget, Planbarkeit und letztlich die Teilhabe am Alltag.


Erfahre hier, wie deine Stadt im deutschlandweiten Vergleich abschneidet.

Lesedauer

6 min

Datum

19.12.2025

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Werkstätten & Co.: Das ist Deutschlands Autoserv

So entstand der Report

Als Deutschlands führender Anbieter für Auto Abos betrachten wir Mobilität ganzheitlich und beschäftigen uns mit der Frage, wie sie möglichst einfach gestaltet  werden kann. Wartung, Reparaturen und Service zählen zu den größten Aufwänden rund ums eigene Auto – und sind stark davon abhängig, wie gut die lokale Infrastruktur aufgestellt ist. Mit unserer Untersuchung machen wir sichtbar, wie groß die Unterschiede zwischen deutschen Städten tatsächlich sind und wo Autofahrer:innen besonders entlastet oder belastet werden.


Rund um den Jahreswechsel rücken Wartung, Pflege und Organisation stärker in den Fokus. Genau hier setzt unsere Analyse an und zeigt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen dafür in den 50 größten Städten sind – und warum der Blick auf Werkstätten, Tankstellen und Waschanlagen mehr ist als ein Service-Thema, sondern ein Spiegel moderner Mobilität im Alltag.


Dafür haben wir die Anzahl dieser Servicepunkte (Tankstellen, Autowerkstätten, Waschanlagen) jeweils ins Verhältnis zur Zahl der zugelassenen privaten Pkw gesetzt. Aus dem Durchschnitt der Platzierungen der Städte in allen drei Kategorien haben wir ein Gesamtranking ermittelt. Je niedriger die durchschnittliche Platzierung, desto besser fällt das Ergebnis aus (Beispiel: Rostock landet in den Rankings auf den Plätzen 3, 5 und 7, was ein Durchschnitts-Ranking von 5,0 ergibt – ein sehr guter Wert). So zeigt sich, welche Städte insgesamt die beste Autoservice-Infrastruktur bieten und nicht nur in einer einzelnen Disziplin, sondern im Zusammenspiel aller Bereiche. Es gibt klare Unterschiede zwischen den Städten und eine überraschende Nummer eins.

Saarbrücken ist Deutschlands Spitzenreiter im Autoservice-Vergleich

Saarbrücken erreicht mit einer Durchschnittsplatzierung von 4,3 den Spitzenplatz im Gesamtranking. Besonders stark schneidet die saarländische Landeshauptstadt bei Waschanlagen ab (Platz 2). Auch bei Tankstellen (Platz 6) und Werkstätten (Platz 5) landet die Stadt auf einem Spitzenplatz. Autofahrer:innen profitieren hier von kurzen Wegen und einer vergleichsweise hohen Dichte an Serviceangeboten.


Auf Platz zwei folgt Rostock (5,0). Während die Hansestadt es bei den Waschanlagen (Platz 3) noch knapp auf ein Treppchen schafft, verpasst sie dieses bei den Tankstellen (Platz 5) und Werkstätten (Platz 7). Den dritten Platz teilen sich Magdeburg und Erfurt mit einer durchschnittlichen Platzierung von 8,3. Erfurt gelingt dies, trotz eines Mittelfeldplatzes (Platz 20) im Tankstellen-Ranking, da Thüringens Landeshauptstadt bei den Waschanlagen Platz 4 erreicht und bei den Autowerkstätten sogar der Spitzenreiter ist. Magdeburg hingegen belegt in allen drei Kategorien einen Platz unter den besten zehn Städten.


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München fällt durch: Schlusslicht im Autoservice-Ranking

Am unteren Ende des Rankings finden sich vor allem große Metropolen. Schlusslicht ist München mit einer Durchschnittsplatzierung von 45,0. Besonders schwach schneidet die bayerische Landeshauptstadt bei Tankstellen (Platz 49) und Waschanlagen (Platz 48) ab.


Ebenfalls weit unten im Ranking liegt Frankfurt am Main (44,7). Ähnlich wie München landet die Stadt sowohl bei Tankstellen (Platz 46) als auch bei Waschanlagen (Platz 49) jeweils auf einem der hintersten Plätze. Mit Leverkusen und Oberhausen komplettieren zwei Städte aus Nordrhein-Westfalen die Flop 3. Beide erreichen eine durchschnittliche Platzierung von 44,3. Auch Großstädte wie Köln (Platz 43), Berlin (Platz 40) oder Stuttgart (Platz 36) schneiden im Autoservice-Test vergleichsweise schwächer ab.


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Tankstellen: Hohe Dichte vor allem in kleineren und mittleren Städten

Beim Blick auf die Tankstellen-Dichte zeigt sich ein Muster: Besonders gut sind häufig mittelgroße Städte aufgestellt, in denen das Angebot pro Auto rechnerisch sehr hoch ist. Ganz vorne liegt Osnabrück (1.737 Pkw pro Tankstelle), dicht gefolgt von Kassel (1.899) und Lübeck (1.941). Auch Halle (Saale) (2.040) und Rostock (2.073) gehören zur Spitzengruppe. Am anderen Ende wird es für Autofahrende schnell unpraktischer: Oberhausen (3.380), Frankfurt am Main (3.452) und Düsseldorf (3.510) zählen zu den schwächsten Städten, und mit Berlin (3.624) sowie München (3.979) finden sich zwei Metropolen ganz am Schluss. Das spricht dafür, dass in großen Städten die Tankstellen pro privatem Pkw deutlich dünner verteilt sind.



Fast 6.000 Pkw Unterschied: Riesige Lücke bei der Waschanlagen-Dichte

Bei Waschanlagen fallen die Unterschiede besonders deutlich aus: Hier gibt es klare „Service-Gewinner“, bei denen die Autowäsche im Alltag eher nebenbei läuft, weil die Dichte hoch ist. Leipzig (2.371 Pkw pro Waschanlage) setzt sich an die Spitze, gefolgt von Saarbrücken (2.415) und Rostock (2.645). Ebenfalls sehr stark sind Erfurt (2.670) und Magdeburg (2.704). Interessant ist der Kontrast am unteren Ende: Wiesbaden (6.395), Osnabrück (6.631) und Leverkusen (7.298) liegen bereits weit hinten – und noch schwächer schneiden München (7.899) sowie Frankfurt am Main (8.169) ab. Die Differenz zwischen dem Spitzenreiter und dem Schlusslicht beträgt fast 6.000 Pkw pro Waschanlage. Ein deutlich größerer Unterschied im Vergleich zu anderen untersuchten Kategorien.



Ost-Städte top, NRW Schlusslicht: So gut ist die Werkstatt-Versorgung

In der Werkstatt-Kategorie zeigt sich, wie entscheidend eine gute Abdeckung für Reparaturen, Inspektionen und spontane Probleme ist. Erfurt (982 Pkw pro Autowerkstatt) ist hier der klare Spitzenreiter. Dahinter folgen Potsdam (1.093), Dresden (1.102), Mannheim (1.134) und Saarbrücken (1.157). Am Ende konzentriert sich die schwächste Versorgung auffällig stark in Nordrhein-Westfalen. Dort liegen alle der letzten zehn Städte. Dazu zählen unter anderem Duisburg (3.177), Mönchengladbach (3.569), Krefeld (3.628), Oberhausen (3.880) und Gelsenkirchen (4.219). Praktisch heißt das: Wo die Werkstattdichte niedrig ist, steigt der organisatorische Aufwand – nicht nur bei der Suche, sondern oft auch bei Terminverfügbarkeit und Alternativen.



Regionale Unterschiede: Osten stark, NRW schwach, Metropolen hinten

Ein Blick auf die regionalen Muster zeigt deutliche strukturelle Unterschiede: Auffällig stark schneiden viele ostdeutsche Städte ab, insbesondere mittlere Städte wie Erfurt, Magdeburg, Rostock oder Leipzig, die in mehreren Kategorien überdurchschnittliche Platzierungen erreichen. Hier scheint die Autoservice-Infrastruktur pro privatem Pkw vergleichsweise dicht und ausgewogen zu sein. Demgegenüber fällt Nordrhein-Westfalen klar ab: Vor allem im Werkstatt-Ranking ballen sich dort die Schlussplätze, was auf eine hohe Autodichte bei gleichzeitig fragmentierter oder überlasteter Service-Struktur hindeutet. Gleichzeitig bestätigt sich ein Stadtgrößen-Effekt: Während kleinere und mittlere Städte häufig von kurzen Wegen und einer hohen Serviceverfügbarkeit profitieren, geraten große Metropolen ins Hintertreffen. Städte wie München, Frankfurt am Main oder Berlin verfügen zwar absolut über viele Angebote, schneiden relativ zur Zahl privater Pkw jedoch schwach ab.

Fazit: Ein Topwert reicht nicht – wer überall überzeugt, gewinnt

Die Untersuchung macht deutlich, dass eine gute Autoservice-Infrastruktur weniger eine Frage der Stadtgröße als der Ausgewogenheit ist. Saarbrücken wird nicht deshalb zur Autoservice-Hauptstadt, weil es in einer einzelnen Kategorie herausragt, sondern weil Waschanlagen, Tankstellen und Werkstätten insgesamt dicht und gleichmäßig verfügbar sind. Genau diese Balance sorgt im Alltag für kurze Wege, weniger Planungsaufwand und eine Entlastung für Autofahrer:innen.


Umgekehrt zeigen die Ergebnisse, warum viele Metropolen im Ranking zurückfallen. Trotz hoher Bevölkerungszahlen und wirtschaftlicher Bedeutung ist das Serviceangebot pro privatem Pkw in Städten wie München oder Frankfurt am Main vergleichsweise dünn. Besonders bei Tankstellen und Waschanlagen wird der Unterschied zu kleineren und mittleren Städten deutlich – mit messbaren Folgen für Zeitaufwand und Flexibilität.


Gleichzeitig unterstreichen die Einzelrankings, dass starke Platzierungen in nur einer Kategorie nicht ausreichen. Städte wie Leipzig oder Osnabrück beweisen zwar, wie gut eine sehr hohe Dichte bei Waschanlagen oder Tankstellen sein kann, bleiben im Gesamtranking aber hinter Städten zurück, die in allen Bereichen solide abschneiden. Entscheidend ist also nicht die Spitzenleistung in einem Segment, sondern eine funktionierende Gesamtinfrastruktur.


„Unsere Auswertung zeigt: Je nach Stadt unterscheiden sich Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Waschanlagen, Tankstellen und Werkstätten teils deutlich – und damit auch, wie viel Aufwand Autofahrende im Alltag rund ums Auto haben. Genau hier setzt FINN an: Im Auto Abo sind neben der Versicherung unter anderem auch Wartung und Service wie TÜV oder Reifenwechsel inbegriffen. Kundinnen und Kunden müssen sich nicht selbst auf die Suche nach einer passenden Werkstatt machen oder Termine koordinieren, sondern können sich darauf verlassen, dass ihr Auto einsatzbereit bleibt – unabhängig davon, wie gut die lokale Service-Infrastruktur vor Ort aufgestellt ist“, kommentiert Tim Meyding, SVP Operations bei FINN, die Untersuchung.

Methodik

Im Rahmen der Analyse wurden die Anzahl an Tankstellen, Waschanlagen und Autowerkstätten in den 50 größten Städten Deutschlands erhoben. Die Daten wurden über OpenStreetMap (OSM) am 12. Dezember 2025 extrahiert. Bei den Daten handelt es sich um eine Approximation der tatsächlichen Infrastruktur, die von staatlichen Angaben abweichen kann. Die Stadt Aachen wurde aus der Recherche wieder entfernt, weil es dort nur Angaben zur gesamten Städteregion Aachen gab und diese so das Gesamtbild verzerren. Die Datengrundlage der Anzahl der angemeldeten Autos ist eine Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes. Die Anmeldungen gewerblicher Halter:innen wurden entfernt, weil diese in einzelnen Städten einen sehr großen Anteil ausmachen, ohne in dieser Stadt genutzt zu werden (Bsp.: Durch diverse Mietwagen-Flotten liegt der Anteil in Wiesbaden bei 50,1 Prozent).