Der Škoda Peaq ist das neue Elektro-Flaggschiff von Škoda – und der größte Škoda aller Zeiten. Mit knapp 4,9 Metern Länge, bis zu sieben Sitzen und einer Reichweite von über 600 Kilometern (WLTP) richtet sich das vollelektrische SUV an Familien und Vielfahrer:innen, die Platz, Komfort und Langstreckentauglichkeit in einem Auto suchen.
Die Weltpremiere ist für Sommer 2026 angekündigt, ab August 2026 soll der Peaq konfigurier- und bestellbar sein. Bei den Händlern steht er voraussichtlich ab Herbst 2026. Technisch basiert er auf der MEB-Plattform des VW-Konzerns und wird in Mladá Boleslav, Tschechien produziert. Drei Antriebsvarianten stehen zur Wahl: Peaq 60, 90 und 90x mit 204 bis 299 PS.
3 min
20.05.2026


Caroline
FINN-Expertin
Groß ist er, der Peaq, fast schon riesig. Seine wohltuend schnörkellos designte Karosserie erstreckt sich über eine Länge von 4,87 Metern bei einer Höhe von 1,70 Metern. Besonders beeindruckend: der außerordentliche Radstand von 2.965 Millimetern – das sind rund 17 Zentimeter mehr als beim Škoda Kodiaq und annähernd so viel wie beim VW ID. Buzz.
Das SUV wirkt groß, selbstbewusst und deutlich weniger bieder als frühere große Škoda-Modelle. Das liegt vor allem an der neuen Designsprache „Modern Solid“ in ihrer bislang ausgereiftesten Form: Das beleuchtete, hochglänzend schwarze Tech-Deck-Face mit feinen vertikalen Lamellen, Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer mit 18 Lichtsegmenten und große, aerodynamisch optimierte Leichtmetallräder von 19 bis 21 Zoll prägen das Erscheinungsbild. Am Heck sorgen LED-Heckleuchten, ein Dachspoiler mit geschlossenen Finnen und erstmals bei Škoda flächenbündige Türgriffe für einen modernen Auftritt.
Der Luftwiderstandsbeiwert von nur cw 0,25 unterstreicht, wie ernst Škoda die Aerodynamik nimmt – für ein fast 4,90 Meter langes SUV ein starker Wert. Optisch ist der Peaq aktuell noch getarnt unterwegs – die finale Serienoptik wird erst mit der Weltpremiere enthüllt.

Vorne sitzt man im Peaq komfortabel, mit viel Bewegungsfreiheit. In der zweiten Reihe wird es richtig großzügig: Dank knapp drei Metern Radstand gibt es viel Bein- und Kopffreiheit. Die Sitze der mittleren Reihe sind um 15 Zentimeter vor oder zurück verschiebbar – das schafft bei Bedarf mehr Platz für Gepäck im Heck oder bessere Beinfreiheit für die dritte Reihe.
In der dritten Reihe wurde es für unsere größeren Kolleg:innen allerdings etwas eng. Kinder kommen mit dem Platz besser zurecht, aber ab 1,80 Meter Körpergröße werden die zwei im Kofferraum versenkbaren Notsitze zur Herausforderung. Für Kleinfamilien mit zwei Kindern bietet sich der Peaq als Fünfsitzer geradezu maßgeschneidert an – mit der Option, für Ausflüge noch Freund:innen mitzunehmen.
Kofferraumvolumen 5-Sitzer: 935 – 1.010 l (Hersteller & ADAC)
Kofferraumvolumen 7-Sitzer: 299 l
Frunk: 37 l
Im Fünfsitzer-Modus bietet der Peaq den größten Kofferraum aller aktuellen Škoda-Modelle – genug für Kinderwagen, Urlaubsgepäck und den Wocheneinkauf gleichzeitig. Selbst als Siebensitzer bleiben 299 Liter übrig, dazu kommt ein 37-Liter-Frunk unter der Fronthaube fürs Ladekabel und Kleinkram. Super in der Handhabung ist der variable Ladeboden mit zwei Stellungen und einem tiefen Extra-Fach darunter. Große Türfächer, zusätzliche Seitenfächer im Kofferraum und flexible Lösungen wie herausnehmbare Boxen sorgen für Ordnung – insgesamt ist der Peaq klar auf Alltag und Familie ausgelegt.
Die Materialien im Innenraum des Peaq wirken allesamt hochwertig: Alles ist sauber verkleidet, die Bezüge fühlen sich gut an. Als zentrale Bedieneinheit fungiert ein neues, vertikales 13,6-Zoll-Display auf Android-Basis. Die Menüs sind übersichtlich, Apps lassen sich individuell positionieren und in Menücontainern zusammenfassen. Ergänzt wird es durch ein 10-Zoll-Fahrerdisplay und optional durch ein Augmented-Reality-Head-up-Display.
Škoda hat sich die Kritik der Kundschaft zu Herzen genommen: Wichtige Funktionen wie Klima und Spiegel lassen sich weiterhin über echte Tasten und einen metallischen Lautstärke-Drehregler auf der Mittelkonsole bedienen. Erstmals debütiert im Peaq außerdem ein digitaler Fahrzeugschlüssel per Smartphone oder Smartwatch.
Optional gibt es Relax-Sitze mit Massagefunktion und ausfahrbarer Unterschenkelstütze, ein Premium-Soundsystem von Sonos sowie das größte Panorama-Glasdach, das je in einem Škoda verbaut wurde – mit Dynamic Shade Control und neun individuell einstellbaren Segmenten. Das adaptive DCC-Fahrwerk (Dynamic Chassis Control) passt Dämpfer und Federung automatisch an die Straßenverhältnisse an und ist gegen Aufpreis erhältlich.

Caroline
FINN-Expertin
Der Škoda Peaq wird in drei Varianten angeboten, alle rein elektrisch. Zwei Akkugrößen und zwei Antriebskonzepte stehen zur Wahl.
Der Peaq 60 mit 150 kW (204 PS) und Heckantrieb bildet den Einstieg. Er nutzt einen 63-kWh-NMC-Akku und soll laut ersten Quellen über 460 Kilometer nach WLTP erreichen. Im Alltag dürften je nach Fahrstil, Temperatur und Strecke realistisch 320 bis 370 Kilometer möglich sein. An der DC-Schnellladesäule lädt er mit maximal 160 kW, von 10 auf 80 Prozent in unter 27 Minuten.
Der Peaq 90 mit 210 kW (286 PS) und Heckantrieb setzt auf den großen 91-kWh-NMC-Akku. Die WLTP-Reichweite liegt bei über 600 Kilometern. Unter realen Bedingungen – mit Autobahn, Heizung und Beladung – sind realistisch 420 bis 500 Kilometer drin. An der DC-Säule zieht er bis zu 190 kW, von 10 auf 80 Prozent in unter 28 Minuten. Die Ladekurve fällt laut Škoda gleichmäßig sanft ab und nicht abrupt.
Das Topmodell ist der Peaq 90x mit 220 kW (299 PS) und Allradantrieb. Er teilt sich den 91-kWh-Akku mit dem 90er und kommt ebenfalls auf über 600 Kilometer WLTP (realistisch ca. 420–480 km). Der Sprint auf 100 km/h gelingt in nur 6,7 Sekunden. Der 90x richtet sich an Fahrer:innen, die Traktion bei Regen, Schnee oder mit Anhänger brauchen.
Alle Versionen laden AC-seitig mit 11 kW und unterstützen serienmäßig Vehicle-to-Load (V2L) mit 11 kW DC. In Kombination mit der neuen Ambibox DC Wallbox von Moon Power ist zudem bidirektionales Laden (V2H) möglich – das Fahrzeug kann Energie an den Haushalt zurückgeben.
Die offiziellen Preise für den Škoda Peaq liegen noch nicht vor. Škoda strebt eine Preisparität mit dem Kodiaq an – und das ist die entscheidende Orientierungsgröße. Das würde bedeuten: Die Einstiegsversion des Peaq 60 mit dem kleinen 63-kWh-Akku und 150 kW Motorleistung dürfte bei knapp 50.000 Euro starten. Für das Topmodell Peaq 90x mit 220 kW, großer Batterie und Allradantrieb wäre ein Preis um die 60.000 Euro zu erwarten.
Zum Vergleich: Der Hyundai IONIQ 9 startet bei 57.350 Euro, der Kia EV9 liegt ähnlich. Wenn der Peaq tatsächlich bei knapp 50.000 Euro beginnt, wäre das im Konkurrenzumfeld der elektrischen 7-Sitzer ein sehr wettbewerbsfähiger Einstieg – vor allem, weil Škoda traditionell eher vernünftig kalkuliert als auf Premium macht. Finale Preise und eine Preisliste folgen mit dem Bestellstart ab August 2026.
Der Škoda Peaq könnte genau das Modell werden, auf das viele Familien im elektrischen Segment seit Jahren warten. Bis zu sieben Sitze, über 600 Kilometer Reichweite, der größte Kofferraum aller Škoda-Modelle und ein Preis, der nicht sofort nach Luxus schreit – das ist eine starke Kombination. Der Fahrkomfort mit DCC-Fahrwerk ist laut ADAC exzellent, die Materialien hochwertig und die Simply-Clever-Details typisch Škoda.
Wer ein großes Elektro-SUV für die ganze Familie sucht, das auch auf der Langstrecke nicht schlappmacht und dabei noch bezahlbar bleibt, sollte den Peaq im Auge behalten.
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