Restwertleasing

Auto-Leasing ist eine attraktive Möglichkeit, ein neues Fahrzeug zu fahren, ohne es direkt kaufen zu müssen. Dabei gibt es verschiedene Leasingarten, die sich in ihren Konditionen und Risiken unterscheiden. Eine dieser Varianten ist das Restwertleasing. Doch was genau bedeutet das? Wie funktioniert es? Und welche Vor- und Nachteile bringt das Restwertleasing mit sich?

Lesedauer

5 min

Datum

14.01.2026

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Restwertleasing

Was ist Restwertleasing?

Restwertleasing ist eine Art des Leasings. Beim Restwertleasing wird der voraussichtliche Wert des Autos am Ende der Laufzeit bereits zu Beginn festgelegt. Dieser Fahrzeugwert am Ende der Vertragslaufzeit ist der Restwert. 


Die monatlichen Leasingraten werden auf Basis dieses kalkulierten Restwerts berechnet. Je höher der Restwert angesetzt ist, desto niedriger fallen die Raten aus.


Der/die Leasingnehmer:in zahlt während der Laufzeit die Differenz zwischen dem Neupreis des Fahrzeugs und dem kalkulierten Restwert, zuzüglich Zinsen und Gebühren.


Am Ende der Laufzeit wird der tatsächliche Marktwert des Fahrzeugs mit dem vorher vereinbarten Restwert verglichen. Liegt der tatsächliche Wert darunter, muss der/die Leasingnehmer:in die Differenz ausgleichen. 


Eine Kaufoption ist in der Regel nicht inkludiert, kann aber in Einzelfällen durch eine Anschlussfinanzierung ermöglicht werden.


Restwertleasing einfach erklärt

  • Restwertleasing ist eine Art des Auto-Leasings mit oft niedrigen monatlichen Raten.

  • Grundlage der Leasingrate ist die Differenz zwischen Neupreis und festgelegtem Restwert.

  • Der Restwert beschreibt den geschätzten Fahrzeugwert am Vertragsende.

  • Bei Rückgabe wird der tatsächliche Fahrzeugwert ermittelt.

  • Liegt dieser unter dem vereinbarten Restwert, zahlst du die Differenz.

Wie funktioniert Restwertleasing?

Beim Restwertleasing wird zu Beginn des Vertrags ein Restwert festgelegt. Dieser Restwert beschreibt den voraussichtlichen Fahrzeugwert am Ende der Laufzeit. 


Der Restwert dient dann als Grundlage für die monatliche Leasingrate, ist aber kein Kaufpreis, zu dem du das Auto automatisch übernehmen kannst. Ein Fahrzeugkauf ist am Ende des Restwertleasing meist nur über eine Anschlussfinanzierung möglich.


Nach Ablauf der Leasing-Laufzeit wird geprüft, welchen Marktwert das Auto tatsächlich hat. Liegt dieser Marktwert unter dem zuvor vereinbarten Restwert, zahlst du als Fahrer:in die Differenz. 


Deshalb spielt die Höhe des kalkulierten Restwerts eine zentrale Rolle. Entscheidend ist dabei der realistische Marktwert, häufig orientiert am Händlereinkaufspreis, nicht am höheren Verkaufspreis.

Vorteile & Nachteile von Restwertleasing

Restwertleasing bietet Vorteile wie auch Nachteile, die je nach deinen Bedürfnissen unterschiedlich gewichtet sind. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile:


Vorteile Restwertleasing

Nachteile Restwertleasing

Niedrige Monatsraten:
Durch den kalkulierten Restwert sind die Leasingraten oft geringer.

Nachzahlungen möglich:

Ist der tatsächliche Fahrzeugwert niedriger als der Restwert, zahlst du die Differenz.

Flexible Nutzung:

Keine feste Kilometerbegrenzung wie beim Kilometerleasing.

Hohe Laufleistung mindert den Wert:

Viele Kilometer wirken sich stark negativ auf den Restwert aus.

Mögliche Rückzahlung:

Liegt der Marktwert über dem Restwert, kann es zu einer Auszahlung kommen.

Restwertrisiko liegt bei dir:

Der Restwert basiert auf Prognosen und kann vom Marktwert abweichen.

Mehrerlös bei guter Pflege:

Ein gepflegtes Fahrzeug kann den Restwert positiv beeinflussen.

Streitpotenzial bei Rückgabe: 

Gebrauchsspuren können zu Diskussionen und Zusatzkosten führen.

Spielraum bei Nutzung:

Fahrstil und Einsatz sind weniger strikt reglementiert.

Unvorhersehbare Markteinflüsse: Faktoren wie Fahrverbote oder Marktveränderungen können den Restwert senken.

Restwertleasing Beispiel

Zeit für ein konkretes Beispiel zum Restwertleasing:


Du entscheidest dich für ein Auto mit einem Neupreis von 30.000 €, wie beispielsweise einen Ford Puma. Der Leasingvertrag läuft über 36 Monate, und der kalkulierte Restwert wird auf 40 % des Neupreises geschätzt, also 12.000 €. 


Deine Raten werden auf Basis des Wertverlusts (30.000 € - 12.000 € = 18.000 €) berechnet und betragen ca. 500 € (zzgl. Zinsen und Gebühren).

  • Monatliche Rate = (Neupreis - Kalkulierter Restwert) / Laufzeit

  • Monatliche Rate = (30.000 € - 12.000 €) / 36 Monate


Am Ende der Laufzeit wird der tatsächliche Restwert des Fahrzeugs ermittelt:

  • Szenario 1: Der Marktwert beträgt nur 10.000 €. Du müsstest die Differenz von 2.000 € an den Leasinggeber zahlen.

  • Szenario 2: Der Marktwert beträgt 13.000 €. In diesem Fall könntest du von einer Rückvergütung profitieren.


Hinweis


Eine exakte Berechnung des Restwerts eines Leasingfahrzeugs ist schwierig, da dieser von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird:

  • Zustand des Fahrzeugs
  • tatsächliche Laufleistung
  • allgemeiner Marktwert 
  • mögliche Wertverluste durch Unfälle oder Abnutzung 


All diese Variablen machen es schwierig, den Restwert präzise vorherzusagen. Das Beispiel dient nur der Veranschaulichung.

Alternative zum Restwertleasing: Das Kilometerleasing

Eine oft genannte Alternative zum Restwertleasing ist das Kilometerleasing:

  • Kilometerleasing: Du vereinbarst eine maximale Kilometerleistung für die Vertragsdauer. Die Kosten richten sich nach der gefahrenen Strecke, ohne dass der Fahrzeugwert am Ende eine Rolle spielt.

  • Restwertleasing: Du zahlst monatlich für den geschätzten Wertverlust des Fahrzeugs. Zum Zeitpunkt der Rückgabe wird der tatsächliche Restwert ermittelt, und bei Abweichungen musst du entweder nachzahlen oder erhältst einen Teil des Mehrwerts. 

Kilometerleasing vs. Restwertleasing: Welches Modell passt zu dir?

Sowohl das Restwertleasing als auch das Kilometerleasing haben spezifische Vor- und Nachteile. Hier findest du eine Übersicht, die dir helfen kann, die richtige Leasingart für dich zu finden:



Restwertleasing

Kilometerleasing

Kostenrisiko

Das Risiko eines Wertverlusts trägt der/die Leasingnehmer:in.

Kein Wertverlustrisiko für dich, dieses liegt beim Leasinggeber.

Planungssicherheit

Geringer, da der tatsächliche Marktwert schwer vorhersehbar ist.

Hoch, da sich die Kosten klar an den gefahrenen Kilometern orientieren.

Flexibilität

Keine feste Kilometerbegrenzung während der Laufzeit.

Kilometerbegrenzung, meist mit Kulanzbereich für Mehrkilometer.

Nachzahlungen

Möglich, wenn der tatsächliche Restwert unter dem kalkulierten liegt.

Möglich, wenn die vereinbarte Kilometerleistung überschritten wird.

Einflussfaktoren

Marktpreise, Laufleistung, Zustand und externe Faktoren wie Fahrverbote.

Hauptsächlich die tatsächlich gefahrenen Kilometer.

Transparenz

Weniger transparent durch Restwertschätzung und Bewertung bei Rückgabe.

Sehr transparent durch klare, vertraglich geregelte Kilometerkosten.

Für wen geeignet?

Eher für erfahrene Leasingnehmer:innen oder Unternehmen.

Besonders geeignet für Privatkund:innen mit Wunsch nach Planungssicherheit.


Kurz gesagt:
Restwertleasing wirkt durch niedrige Raten attraktiv, bringt aber ein schwerer kalkulierbares Kostenrisiko mit sich. 


Kilometerleasing setzt auf feste Raten und volle Kostenkontrolle – ohne Restwertrisiko am Vertragsende.


Tipp


Nicht nur beim Autoverkauf kannst du auf Betrüger:innen reinfallen. Auf welche Leasingfallen du achten solltest und wie du sie vermeiden kannst, erfährst du in unserem Ratgeber "Leasing-Fallen: Die 5 größten Fehler beim Auto-Leasing".

Restwertleasing: Tipps zur Rückgabe

Die Rückgabe kann beim Restwertleasing ein sensibler Moment sein, da der tatsächliche Fahrzeugwert über mögliche Nachzahlungen entscheidet. Mit einer guten Vorbereitung und klaren Abläufen kannst du Stress und unerwartete Kosten deutlich reduzieren.


Das sind unsere Tipps für die Rückgabe beim Restwertleasing:

  • Rückgabe frühzeitig vorbereiten: Setze dich ein bis zwei Monate vor Vertragsende mit dem Leasinggeber auseinander und plane den Ablauf der Rückgabe.
  • Fahrzeug vorab prüfen lassen: Ein:e unabhängige:r Gutachter:in oder eine Fachwerkstatt hilft dir, mögliche kostenrelevante Schäden früh zu erkennen.
  • Vertrag genau durchlesen: Prüfe die Regelungen zur Rückgabe, zur Bewertung des Fahrzeugs und ob ein Andienungsrecht vereinbart wurde.
  • Auto in gutem Zustand übergeben: Eine gründliche Reinigung und kleinere Reparaturen können den Gesamteindruck deutlich verbessern.
  • Wartungen einhalten: Achte darauf, dass alle Service- und Wartungstermine gemäß des Vertrags durchgeführt wurden.
  • Zeug:in zur Übergabe mitnehmen: Eine Begleitperson kann bei Unklarheiten oder Diskussionen unterstützen und Sicherheit geben.

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Im Gegensatz zum Restwertleasing, bei dem du das Risiko eines möglichen Wertverlusts trägst, bietet dir das Auto Abo volle Kostenkontrolle und absolute Transparenz. In der festen monatlichen Rate sind bereits alle wichtigen Ausgaben wie Versicherung, Wartung, Steuern und TÜV abgedeckt. Und du profitierst bei FINN von flexiblen Laufzeiten, was dir maximale Flexibilität ermöglicht. 


So einfach geht Auto fahren!

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