Lange wurden in der Türkei vor allem Autos für ausländische Hersteller, wie Renault, Ford oder Fiat gebaut. Eine eigene international bekannte Automarke fehlte. Das ändert sich gerade: Mit Togg gibt es seit 2022 die erste rein türkische E-Auto-Marke, die seit 2025 auch in Deutschland erhältlich ist.
Darüber hinaus haben sich türkische Automarken wie Karsan, oder TEMSA im Bereich Busse und Nutzfahrzeuge international einen Namen gemacht. In diesem Artikel erfährst du alles über die aktuellen und historischen türkischen Automarken, ihre Modelle und ihre Bedeutung auf dem globalen Automarkt.
4 min
07.05.2026

Die türkische Automobilindustrie ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Neben dem Elektroauto-Newcomer Togg gibt es etablierte Hersteller, die vor allem im Nutzfahrzeug- und Bussegment international auftreten. Zu den bekanntesten aktiven türkischen Automarken gehören:
Togg
Karsan
TEMSA
Togg ist die erste türkische Automarke, die vollelektrische Pkw in Großserie produziert und damit ein nationales Prestigeprojekt. Der Name steht für “Türkiye'nin Otomobili Girişim Grubu" (etwa: Türkische Automobile Joint Venture Group).
Gegründet wurde das Unternehmen 2018 als Joint Venture von fünf großen türkischen Industriekonzernen unter dem Dach der türkischen Industrie- und Handelskammer TOBB. Zu den Gründungsmitgliedern zählen unter anderem die Anadolu Group, der Mobilfunkkonzern Turkcell und die Zorlu Holding.
Die Prototypen wurden von Pininfarina in Italien designt und Ende 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Werk von Togg wurde in nur zwei Jahren gebaut und am 29. Oktober 2022 – dem türkischen Nationalfeiertag – feierlich eröffnet. Seitdem läuft die Produktion des T10X, einem kompakten Elektro-SUV der Mittelklasse. In der Türkei wurden bereits rund 70.000 Fahrzeuge verkauft.
Seit Herbst 2025 ist Togg auch in Deutschland verfügbar. Zum Marktstart wurden das SUV T10X und die Limousine T10F über die hauseigene Trumore-App angeboten.
Ab 2026 plant Togg zudem eine eigene Zellfertigung direkt neben dem Werk im Joint Venture mit dem chinesischen Batteriehersteller Farasis. Das ambitionierte Ziel: bis 2032 eine Million produzierte Fahrzeuge.

Korbinian
FINN-Experte
Karsan ist ein türkischer Nutzfahrzeughersteller mit Sitz in Bursa, der sich auf Busse, Kleinbusse und leichte Nutzfahrzeuge spezialisiert hat.
Gegründet wurde das Unternehmen 1966. In den letzten Jahren hat sich Karsan zu einem Pionier im Bereich elektrischer und autonomer Busse entwickelt. Mit Modellen wie dem e-JEST (elektrischer Minibus) und dem e-ATA (vollelektrischer Stadtbus) ist Karsan in zahlreichen europäischen Ländern im Einsatz – unter anderem in Italien, Rumänien und Frankreich. 2024 stellte Karsan zudem den e-ATA Hydrogen vor, einen wasserstoffbetriebenen Bus.
Pkw produziert Karsan nicht.

Korbinian
FINN-Experte
TEMSA steht für “Türk Endüstri ve Mobil Sanayi A.Ş.” und ist einer der größten türkischen Bushersteller mit Hauptsitz in Adana. Das Unternehmen produziert Überlandbusse, Stadtbusse und Midibuse und exportiert in über 70 Länder – mit einem starken Fokus auf Europa und den Nahen Osten.
TEMSA setzt zunehmend auf Elektromobilität: Der LD SB E ist der erste elektrische Überlandbus eines europäischen Herstellers. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Batterien für seine Elektrofahrzeuge im eigenen Werk.
Bevor Togg als erste moderne türkische Pkw-Marke auf den Plan trat, gab es in der Türkei bereits mehrere Versuche, eigene Automobil-Marken zu etablieren.
Zu den bekanntesten ehemaligen türkischen Automarken gehören:
Anadol
Tofaş
Devrim
Anadol war die erste türkische Automarke in Großserienproduktion und gilt als der “türkische Volkswagen". Der Produktionsstart des Anadol A1 erfolgte am 7. Dezember 1966 in Istanbul. Hinter der Marke stand die Otosan Otomobil Sanayii A.Ş., ein Unternehmen des Industriellen Vehbi Koç.
Das Besondere am Anadol: Die Karosserie bestand nicht aus Stahl, sondern aus glasfaserverstärktem Kunststoff – eine kostengünstige Lösung, da ein Presswerk für die damals geringen Stückzahlen zu teuer gewesen wäre. Technisch setzte Anadol auf Ford-Motoren. Das Design stammte vom britischen Studio Ogle Design, die Entwicklung übernahm der britische Kleinwagenhersteller Reliant.
Über die Jahre entstanden zahlreiche Varianten: der viertürige A2 (ab 1971), das sportliche Fastback-Coupé STC 16 (1973) und der modern gestaltete Kombi SV 1600.
Besonders der A2 wurde zum Massenphänomen: Viele Exemplare wurden von ihren Besitzer:innen pragmatisch zur Ladefläche umgebaut und als improvisierter Pick-up genutzt. Insgesamt wurden über 80.000 Anadol produziert, bevor die Marke 1984/85 unter dem Druck importierter Fahrzeuge und internationaler Konkurrenz eingestellt wurde. Heute sind Anadol-Modelle gesuchte Oldtimer.
Tofaş (“Türk Otomobil Fabrikası A.Ş.”) wurde 1968 als Joint Venture der Koç-Holding und Fiat in Bursa gegründet. Das Unternehmen produzierte Pkw auf Basis von Fiat-Modellen unter eigenem Markennamen – allen voran den legendären Tofaş Şahin (basierend auf dem Fiat 131), den Doğan (Luxusvariante) und den Kartal (Kombi). Diese Modelle prägten das türkische Straßenbild über Jahrzehnte.
Ab den 2000er-Jahren verschwand die Eigenmarke Tofaş: Die Fahrzeuge wurden fortan nur noch unter dem Fiat-Label verkauft. Heute ist Tofaş einer der größten Automobilproduzenten der Türkei und fertigt Modelle für Fiat, Citroën und Peugeot.
Der Devrim ist das berühmteste und zugleich tragischste Kapitel der türkischen Automobilgeschichte. 1961, nur wenige Monate nach dem Auftrag, entwickelten Ingenieur:innen des staatlichen Eisenbahnwerks TÜLOMSAŞ in Eskişehir in Eigenregie vier Prototypen eines Pkw – als Symbol des nationalen Fortschritts. Die Fahrzeuge wurden anlässlich des Nationalfeiertags am 29. Oktober 1961 Staatspräsident Cemal Gürsel vorgeführt.
Die Geschichte ging allerdings unglücklich aus: Eines der Fahrzeuge blieb bei der Vorführung wegen eines leeren Tanks stehen – ein Vorfall, der zum Sinnbild für die Schwierigkeiten der türkischen Automobilindustrie wurde. Eine Serienproduktion des Devrim kam nie zustande. Heute stehen die verbliebenen Prototypen im Eisenbahnmuseum in Eskişehir und gelten als nationales Kulturgut.
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Und wer weiß, vielleicht gibt es bald auch Togg und Co. bei FINN im Portfolio!

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