Laut einer Studie des Verkehrsministeriums stehen Privatautos in Deutschland täglich im Durchschnitt 23 Stunden und 15 Minuten ungenutzt herum. Was für eine Ressourcenverschwendung! Wäre es stattdessen nicht schön, mit deinem Auto etwas Geld zu verdienen, während du es eh nicht nutzt?
Die Lösung: Das Auto privat vermieten. Wir erklären dir, wie privates Carsharing funktioniert und auf was du achten musst, wenn du dein eigenes Auto vermietest.


Carsharing erlebt einen Boom. Knapp 4,5 Millionen Menschen waren im Januar 2023 in Deutschland zum Carsharing angemeldet, so der Bundesverband CarSharing. Dabei unterscheidet man zwischen privatem Carsharing und kommerziellem Carsharing. Privates Carsharing – auch Peer-to-peer-Sharing (P2P) genannt – bedeutet, dass Menschen ihr Auto privat vermieten. Als Kundin oder Kunde kannst du also auch ein Auto von privat mieten und musst nicht immer über die großen kommerziellen Anbieter gehen, die mit ihren vielen verschiedenen Automodellen auf ihren Fuhrparks möglichst viele Menschen erreichen wollen.
Ein Auto zu vermieten ist im Übrigen nicht dasselbe wie ein Auto zu verleihen. Wenn du dein Auto vermietest, bekommst du dafür Geld. Wenn du es hingegen verleihst, stellst du es einer anderen Person unentgeltlich zur Verfügung. In diesem Artikel geht es um privates Carsharing – also darum, was passiert, wenn du dein eigenes Auto vermietest.
Du kannst dein Auto zum Beispiel im Bekanntenkreis vermieten oder gegen eine Gebühr mit Nachbar:innen gemeinsam nutzen, die selbst kein Auto haben. Das nennt man Nachbarschaftliches Teilen – ein Modell, das meist privat organisiert ist.
Die andere Möglichkeit: Du vermietest dein Auto über Online-Plattformen, die sich auf die Vermittlung von privatem Carsharing spezialisiert haben, wie Getaround oder Snappcar. Du meldest dich mit deinem Fahrzeug dort an und gibst alles an, was wichtig ist – zum Beispiel Typ, Alter und Ausstattung des Wagens, Standort, verfügbare Zeitfenster und natürlich die Höhe des Mietpreises. Interessenten, die ebenfalls bei der Plattform angemeldet sind, sehen das Profil deines Autos dann online und melden sich direkt bei dir.
Beim Autokauf benötigst du einen Kaufvertrag, beim Autovermieten einen Mietvertrag. Entscheidest du dich für das Modell Nachbarschaftliches Teilen, bist du für alles verantwortlich: Verträge, Versicherung, Steuer-Abgaben.
Wichtig: Egal, wie gut du die Mieter:innen kennst, solltest du unbedingt einen schriftlichen Mietvertrag abschließen! Dieser sollte neben Namen, Geburtsdatum, Wohnort und Führerscheinnachweis aller Personen, die das Auto fahren werden, auch Informationen beinhalten, wie:
Der Vertrag muss die Unterschriften aller beteiligten Parteien enthalten.
Private Carsharing-Plattformen stellen meist vorgefertigte und auf dein Auto angepasste Mietverträge aus, die bei der Übergabe von beiden Parteien unterschrieben werden müssen.
Die Schlüsselübergabe erfolgt meistens persönlich. Teilst du dein Auto mit Nachbarn, kannst du aber auch individuelle Lösungen finden: Vermietest du beispielsweise regelmäßig und langfristig an dieselbe Person, empfiehlt sich ein Schlüsselkasten mit Zahlencode an einem geeigneten Ort. Oder du händigst gleich einen Zweitschlüssel aus. Für welche Lösung du dich auch entscheidest: Stelle sicher, dass der Vertrag unterschrieben wurde (und gegebenenfalls auch die Abmachung zum Schlüssel enthält), bevor du den Autoschlüssel übergibst.
Private Carsharing-Unternehmen bieten mittlerweile auch die Installation einer Box in deinem Auto an, mit Hilfe derer das Auto via App aufgesperrt werden kann. Diese App zeichnet dann auch den Tank- und Kilometerstand sowie den Standort auf. Eine persönliche Schlüsselübergabe entfällt.
Während du bei Vermietungen im Bekanntenkreis deine Mieter:innen ohnehin schon kennst und mit ihnen regelmäßig im Austausch bist, findet bei Carsharing-Anbietern die Kommunikation zwischen dir und potentiellen Mieter:innen zunächst über die Online-Plattform statt. Sobald es zu einer Vermietung kommt, bekommen beide Parteien Details wie Mobilnummer oder genaue Anschrift der anderen Person.
Feedback bekommst du auf Plattformen meist in Form von öffentlichen Bewertungen. Von den Mieter:innen gibt es Sterne- oder Punkte-Ratings und Kommentare über den Zustand des Wagens, den Umstand der Übergabe und auch die Freundlichkeit des Vermietenden. Umgekehrt kannst auch du Zuverlässigkeit oder Freundlichkeit von Mieter:innen auf deren Profil bewerten. Im Bekanntenkreis ist das im Idealfall ein konstruktives Gespräch.
Bevor du mit deinem Auto Geld verdienen kannst, solltest du folgende Fragen unbedingt geklärt haben.
Bevor du dein Auto privat vermietest, musst du mit deiner Versicherung sprechen. Welche Kfz-Versicherung hast du? Deine Haftpflichtversicherung zahlt bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die du anderen mit deinem Auto zufügst – bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Schäden an deinem Auto deckt sie nicht ab. Dafür brauchst du eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung.
Wichtig: Üblicherweise wird ein Privatwagen lediglich für die private Nutzung versichert. Je nachdem, wie viel Geld du mit dem Vermieten verdienen wirst, kann man von einer gewerblichen Nutzung sprechen. In diesem Fall müsste deine Versicherung die Nutzungsart in deinem Versicherungsschein ändern. Ob deine Vermietung als “gewerbsmäßig” eingestuft wird, hängt von deiner Absicht sowie den Einnahmen im Vergleich zu den Ausgaben ab.
Stelle außerdem sicher, dass dein Auto auch von anderen Personen gefahren werden darf. Es kann sein, dass du dann in einen anderen Versicherungstarif eingestuft wirst. Sprich hierzu auf jeden Fall mit deiner Versicherung.
Um ein Auto privat vermieten zu können, musst du entweder Eigentümer:in oder Bevollmächtigte:r sein. Vielleicht hat dich ja deine Tante gebeten, ihr Auto ab und an zu vermieten, wenn sie es nicht fährt. Dazu benötigst du eine Vollmacht der Fahrzeuginhaberin und eine Kopie des Fahrzeugscheins. Die Dokumente musst du den Mieter:innen bei der Schlüsselübergabe zeigen.
Du vermietest dein Auto so oft, dass die Einnahmen die Ausgaben bei Weitem übersteigen? Dann wird dies als „gewerbsmäßige Vermietung“ eingestuft. Gib in diesem Fall deiner Versicherung und dem Finanzamt Bescheid. Außerdem muss dein Auto dann als „Selbstfahrervermietfahrzeug“ zugelassen werden. Diese Änderung bedeutet auch, dass sich der zeitliche Abstand bis zur nächsten Hauptuntersuchung deines Autos verkürzt: Die HU ist dann einmal im Jahr fällig!
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Bei der privaten Vermietung deines Wagens hast du einen jährlichen Steuerfreibetrag von 256 Euro. Übersteigt dein Gewinn diese Freigrenze, musst du ihn dem Finanzamt melden und komplett versteuern. Üblicherweise zahlst du lediglich die Einkommensteuer auf deinen Gewinn.
Ist dieser allerdings so hoch, dass das Finanzamt in deiner Vermietung eine gewerbliche Nutzung, also eine „gewerbsmäßige Vermietung“, sieht, kann es zu Bußgeldern und Steuernachzahlungen kommen. Erkundige dich am besten vorher beim Finanzamt oder bei deinem/deiner Steuerberater:in.
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Du bist für den verkehrssicheren Zustand vor und während der Mietzeit verantwortlich. Mieter:innen haften nur für einen Schaden, wenn ihnen eigenes Verschulden nachgewiesen werden kann. Prüfe also sorgfältig alle Funktionen deines Wagens und dokumentiere sie: Checke den Zustand und Luftdruck der Reifen, den Füllstand von Scheibenwisch-, Kühlwasser, Öl und Bremsflüssigkeit, den Zustand der Scheiben und Scheibenwischer, die Funktionstüchtigkeit von Handbremse, Bremse, Warnblinker und Blinker. Ist das Ersatzrad im Auto? Das Warndreieck, die Warnweste? Prüfe auch die Fahrzeugpapiere! Falls es Schäden gibt, melde diese und halte sie im Vertrag oder im Übergabeprotokoll fest.
Tipp: Mach vor der Übergabe auf jeden Fall Fotos und vielleicht sogar Videos vom Zustand deines Autos. Diese würden auch vor Gericht als Beweise anerkannt.
Carsharing erfreut sich immer größerer Beliebtheit in Deutschland. Das belegen auch die Zahlen. Vergleichen wir die Jahre 2022 und 2023, gilt es festzuhalten: Innerhalb nur eines Jahres erhöhte sich die Zahl von angemeldeten Carsharing-Nutzern um 31,8 Prozent.
Auch die Idee, wenig genutzte Privatautos anderen Menschen zugänglich zu machen, findet immer größeren Anklang. Schließlich haben Menschen, die ihr Auto privat vermieten, durchaus einige Vorteile. Und nicht nur sie: Auch die Städte profitieren. Wie immer hat die Medaille aber auch eine Schattenseite. Wir fassen alle Vor- und Nachteile von privatem Carsharing zusammen.
Als die Person, die vermietet, musst du dir auch über die Nachteile des privaten Carsharings bewusst sein. Denn hier gibt es einige Risiken, die zu bedenken sind.
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